Alle Inplayzitate
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Er wollte ihr gar nicht zuhören, sondern legte ihr Worte in den Mund, die einem Skript entsprangen, das sie tausendmal durchgespielt hatten. Das eine Mal, dass sie ihn nicht dafür anging, wie spät er dran und wie leid sie das alles war, hörte er doch nichts anderes. ”Selbst wenn es brennen und ich euch warnen würde, würdet ihr mir nicht zuhören”, erwiderte sie verzweifelter als beabsichtigt. Ihr Mann und ihr Sohn waren in der Hinsicht einander erschreckend ähnlich.
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Aurora konnte sich nicht helfen: In ihr hatte sich ein Hass auf die jungen Eltern entfesselt, die scheinbar glücklich nebeneinander her im Park spazierten und ihren tobenden Kindern dämlich lächelnd dabei zusahen, selbst wenn jene mit Hundekacke an den Händen wieder zu ihnen gerannt kamen und jene dreckigen Patschehändchen am Rock der Mutter, in den sie ohne Frage morgens erst steife, modische Falten gebügelt hatte, abwischten.
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Aber am Ende waren diese Wörter … noch immer nichts weiter als Wörter. Sie mochten sich bis auf die Netzhaut des Fedorovs gebrannt haben und ihn teilweise bis in den Schlaf verfolgen, doch sie würden weder Eliyas zurück nach Stellans noch zu ihm bringen können.
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Nun waren Beide verschwunden und damit ein Teil von Salimatou, den sie niemals wieder zurückbekommen würde.
Sie waren einfach weg, entfernt aus ihrem Leben, als könnte sie ohne sie weiteratmen. ![]()
Aber spätestens seit er von ihrer Verlobung mit Cillian Vaughn wusste, sah er Margot D’Ambrosio so, wie sie wirklich war.
Bemitleidenswert, aber hasserfüllt. Und wenn es ihr so einfach gelang, hier aufzutauchen, musste sie ihn noch mehr hassen, als er sie. ![]()
James hatte sich so lange seine Rückkehr nach Stellans, aber mehr noch seine Rückkehr zu Margot, ausgemalt, bis er sie sich nicht mehr hatte ausmalen können. Bis seine Vorstellungskraft ausgeschöpft und ausgedörrt gewesen war; abgewürgt von dem Grauen, das um ihn herum stattfand und das jedwede Phantasie aus einem herauspresste.
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”Also ich weiß, was ich tue”, erwiderte sie grimmig. ”Ich geh einfach wieder ins Bett. Проща́й (Prostscháj, lebe wohl), ihr Versager!” Mit diesen Worten drehte sie sich wieder zu der Flügeltür in ihrem Rücken um, durch die sie gekommen war, und stieß sie auf. Doch dahinter kamem weder ihr Schlafsaal, noch die Haupthalle zum Vorschein, sondern nur ein langer, gräulicher Korridor, wie er zu Hauf im Schloss zu finden war.
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Das hier konnte sich nur um einen Albtraum handeln. Weil sie nur in einem Albtraum im gestreiften Schlafanzug und mit Plüschpantoffeln an den Füßen vor ihren Mitschülern stehen würde. Vielleicht war sie nicht so eitel und eingebildet wie Zenaida Falkenrath-Blum (ihrer Meinung nach war sie es sogar ganz bestimmt nicht), aber sie besaß durchaus ihren Stolz.
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Sein Lächeln wirkte stumpf, als hätte man versucht es mit einem Messer in Stein zu meißeln, nur um dann bei den Mundwinkeln doch wieder abzurutschen, so dass jene selbst dann noch stets ein Stück in die Tiefe gezogen zu sein schienen. Und in seinen Augen lag die Schwere eines Wunsches, den er nicht auszusprechen wagte, weil er doch eigentlich froh sein sollte.
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Sein Lächeln wirkte stumpf, als hätte man versucht es mit einem Messer in Stein zu meißeln, nur um dann bei den Mundwinkeln doch wieder abzurutschen, so dass jene selbst dann noch stets ein Stück in die Tiefe gezogen zu sein schienen.
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"Diese Kette ... ich vermute sie lag den Briefen bei?", lenkte Irene dann das Thema auch noch auf das Schmuckstück in Vogelform, welches Mara um ihren Hals trug und das Irene so oft an Joyce gesehen hatte. Irgendwann dann nicht mehr ... sie erinnerte sich nicht mehr was damals als Grund für das Verschwinden genannt wurde, doch jetzt klärte sich auch dieses kleine Mysterium auf. Ein wenig erschien es so als hätte dieser kleine, goldene Vogel das erreicht, was weder Joyce noch Mara gelungen war ..
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War es denn so "makaber", mit Feinden über die Sprache der Blumen zu kommunizieren? Letztendlich war es doch vermutlich weitaus netter, als ihnen einen Pferdekopf ins Bett zu legen.
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Jemand wie ihr Bruder Maksim hatte schlicht weg Probleme mit weiblicher Exzellenz, und aus dem Grund war er ihr gegenüber auch so unausstehlich — ihre geballte Intelligenz schüchterte ihn so sehr ein, dass er kaum anders konnte, als sie zu beleidigen.
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Zu viele Jahre trennten sie voneinander, und wenn sie von Czar sprachen, dann nie, als wären sie, die Kinder, eine Einheit. Nein, sie bildeten keine harte Front gegen ihre Eltern, sondern ein jeder schien nur für sich in diesem abstrusen Konstrukt der Familie zu kämpfen. Sie alle versuchten den Kopf über Wasser zu halten, obwohl die Flut sie unabänderlich unter sich begrub.
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Wenn es lediglich Stolz wäre, der sie zu guten Fedorov-Kindern machen würde, hätten weder Czar noch Dariya jemals etwas an ihrem Spross auszusetzen — außer vielleicht an Agnessa.
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Das Frettchen robbte unter einem Klamottenhaufen hervor, etwas erdrückt von dem Pullover, und rannte dann um Sofias Füße, sofort die Aufmerksamkeit ganz auf sich haben wollend. Balthazar rieb sich mit einer Hand über das Gesicht. Manchmal wünschte er, sein Familiar hätte etwas mehr Würde.
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Seine lallenden Worte verfestigten aber Katyas Verdacht. Es musste hier um das gehen, was Eliyas ihr erzählt hatte, und sie musste sich ein gehässiges Lächeln unterdrücken. Andererseits war sie etwas beleidigt – sie und Eliyas. Sie hatte Standards…
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In einigen Punkte erkannte Aurora sich selbst in Agnessa wieder: Beide hatten sie jung und vermutlich etwas übereilt geheiratet. Beide waren gut erzogene Brünetten eines gehobenen Standes. Beiden konnte man ansehen, dass sie sich um andere bemühten, auch wenn Aurora darin mit den Jahren geübter geworden war, sodass es beinahe mühelos aussah (war es nicht).
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Oft starrte sie hinaus in ihren Garten, in dem sich das Laub vom Wind umherschleudern ließ, und fragte sich, ob sie nicht nur die schöne Seite des Herbstes verpasst hatte, sondern auch, wie sie den Sommer hatte übersehen können.
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Aber ehe er diese Frage tatsächlich über die Lippen bringen konnte, war sie es, die sich nun mit einem hämischen Grinsen im Gesicht darüber erkundigte, warum es ausgerechnet er war, der sie begleiten durfte.
”Um dein Gesicht auszugleichen, haben wir gesagt, dass der mit dem schönsten gehen muss - und ich hab leider gewonnen.” ![]()
Katya verzog die Mundwinkel nach unten und schaute Eliyas mit einem Gesichtsausdruck aus einer Mischung aus Mitleid, Empörung und Schalk an. Einer ihrer typischen Mimiken.
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Als sie das ungeliebte Gesicht von Polina Fedorova sah, war sie entweder doch wach oder es war ein Albtraum.
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“Zuletzt haben wir da noch die Blüten des Granatapfels, welche sowohl für das Leben, aber auch für den Tod stehen können. Das Blumengesteck ist also entweder ein perfektes Geschenk für eine Verabredung nach einem Streit, oder aber eine Warnung, bevor man eine verflossene Liebe umbringt”
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Irgendwie war gefühlt die Hälfte der Lehrerschaft definitiv nicht dafür geboren Lehrkörper zu werden. So wirklich gar nicht.
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Selbst Maldwyn Bonfe, dessen Klammern und Jammern keinesfalls dazu dienen konnte zur Beruhigung von bereits angespannten Nerven beizutragen, was in der Hinsicht hilfreich, dass er durch seine bloße Existenz bewies, dass es sich hierbei nicht um einen verqueren Traum handelte und sie sich tatsächlich noch innerhalb der Mauern der Akademie befanden.
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Ein kleines Blumengesteck, magisch haltbarer gemacht, sie hatte keine Karte vorbereitet, die naive Hoffnung hegen, dass dem alten Professor Thorn schon der Groschen fallen würde, dass Aissata dahinter steckte. Und im gleichen Atemzug würde er seine Liebe für sie erkennen, aber galant warten, ihr diese zu eröffnen, bis sie die Schule beendet hat und dann das Friede, Freude, Eierkuchenleben, welches sie sich wünschte.
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Zwei Schüler befanden sich mit dem Rücken zu ihr — ein Schopf in der Farbe getrockneten Weizens ( Maldwyn Bonfe ), einer weißblond wie ein Streifen Mondlicht ( Mira Oswald ) —, in der Nähe tauchten noch zwei weitere Schülerinnen auf. Zenaida Falkenrath-Blum. Das Bellandi Mädchen, Sofia Bellandi. Und dann war da Polina, die in ihrem gestreiften Schlafanzug wie erstarrt zwischen Tür und Angel stand und nichts hervorbrachte, außer ein irritiertes: ”Was macht ihr in meinem Badezimmer?”
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Eine Begegnung mit Maksim Fedorov, der anscheinend mit seinem Bruder Miron Fedorov unterwegs war, hatte ihm noch gefehlt. Nicht, dass es ihm möglich gewesen wäre, den Fedorov in diesem Augenblick anzusprechen. Ausnahmsweise stand ihm aber auch nicht der Sinn danach; ihm war zu kalt und er langweilte sich, aber er langweilte sich doch nicht genug, um sich einer sinnlosen Provokation des Fedorovs hinzugeben.
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Wie gerne läge er jetzt irgendwo in den Tropen und würde sich den Rücken von einem hübschen Mann mit sanften Händen einölen lassen. Stattdessen war er dazu verdammt, auf dem Herbstfest zu sein.
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Ungewöhnliche Anfrage, wenn man bedachte, dass ihre Existenz auf dem Fest schon Aufgabe genug war und das stetige Beobachten nicht so schrecklich langweilig sein konnte. Sicherheit war nie langweilig.
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