Alle Inplayzitate
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Ich bin dir böse, weil du fortgegangen bist, weil du mir die Liebe wie eine Schlinge um den Hals gelegt hast, weil du mich dazu zwingst, dich zu vermissen.
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Ein jeder Mensch war eine verwinkelte Stadt, ganz für sich allein. Auf sie konnte man Blicke erhaschen, konnte sie so gut es ging erkunden, lernen sich in ihr zurechtzufinden, aber man würde niemals alles an ihr kennen können. Menschen entzogen sich aufgrund ihrer Komplexität ebenso eines Durchschauens, weil sie nicht statisch waren. Durch die Stadt pumpten sie wie Blutkörperchen, sich stetig wandelnd, und durch den Menschen selbst gingen Welten aus und ein.
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Wo James sie atemlos zurückgelassen hatte, lehrte Cillian sie, wieder zu atmen. Sie hatte sich in ihn verliebt, beinahe ohne es zu merken. Und vielleicht war es eine Rettung gewesen, oder zumindest etwas, das dem nahekam. Aber es war auch eine Flucht – ein Weglaufen vor dem Gewicht ihrer Liebe zu James, das zu einer Last geworden war, die sie nicht länger tragen konnte.
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Und doch begegnete er Margot mit einer überwältigenden Sanftheit. Seine Hände hielten ihr Gesicht, als wäre sie aus Glas – zersplittert, aber kostbar. Er hielt sie, als würden ihre scharfen Kanten, die schmerzhaften Überbleibsel von allem, was sie verloren hatte, ihn nicht abschrecken, sondern dazu drängen, sie nur fester zu umfassen. Wenn sie weinte, war seine Berührung geduldig, beruhigend, die Art von stiller Zuwendung, die nichts zurückverlangte. Er versuchte nicht, sie zu heilen – er blieb einfach.
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So oft hatte sie seine Briefe gelesen, über die Bögen und Kurven seiner Worte gestrichen bis das Papier unter ihren Fingerspitzen weich wurde, als könnte ihre Berührung ihn zurück zu ihr rufen. Jeder Brief trug seine Stimme zu ihr, doch es war nie genug. Es waren Fragmente, flüsternde Bruchstücke aus einer Welt, die sie sich nicht vorstellen konnte, und sie sehnte sich nach ihm auf eine Weise, die sie leer zurückließ. Ein Gefäß für schmerzliche Hingabe.
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Wieso findest du’s bei Mairi liebenswert und bei Arvin nervig?, schaltete sich Biscuit schließlich ein, woraufhin Percy irritiert seinen Familiar ansah. Hä?? Die beiden konnte man doch gar nicht miteinander vergleichen! Mairi war süß, während Arvin immer aufdringlich gewesen war und nie locker gelassen hatte, egal, wie oft er ihm die Bücher aus der Hand geschlagen hatte. Was fiel seinem Familiar nur ein, hallo?!
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Ihre Schwester versprühte den verhältnismäßig kühlen Charme unbeschädigten Porzellans; hinter einem Glas weggesperrt und mit feinen Pinselstrichen rosenblütend bemalt. Sie war makellos auf eine Art, wie nur Dinge es sein konnten, die nie den Sturz von einer Tischkante erlebt hatten, die nie eine Hand erdulden mussten, die sie aus Ungeduld, Leidenschaft oder Wut zu fest packte.
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”Only you could say something so beautiful and yet devastating, just to finish it off with a fucking joke.” Der Satz, erstickt von Maksims Lippen, die ihm die Worte vom Mund küssten.
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Nichts vermochte sich so schnell in Knochen zu fressen, wie eisige Kälte. Wie die Reißzähne eines Raubtiers grub sie sich durch die alte Lederjacke und den kratzigen Wollpullover in Nicolòs Fleisch, durchriss Adern und zerbrach Knochen, als wären es nur ein paar dünne Äste, welche in ihm wuchsen. Zwischen Laubbergen an verwesenden Gedanken und einer wild wuchernden Schuld nistete sie sich in ihm ein, eine seltsame Taubheit, die sich auch durch seine fahrigen Schritte unter dem Torbogen nicht vertreiben ließ.
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Eliyas wäre sofort darauf hereingefallen, naiv wie er war, und hätte erst im Nachhinein bestürzt festgestellt, dass dort die Spitze eines Degens in sein Zwerchfell drückte, ihn aufspießte, ihn ausblutete und tötete.
Maksim hingegen war misstrauisch wie der Himmel hinter den Fenstern, der mittlerweile von der Farbe eines dunkler werdenden Blutergusses war. ![]()
Er hatte sich diesen Auftrag nicht ausgesucht, und doch lag dort eine erwartungsvolle Spannung in ihm auf der Lauer; das altbekannte, zeitversetzte Zerren, wie als hätte gerade eben jemand Nicolòs Namen ausgesprochen. Als würde die bloße Erwähnung dieses Namens ein Phantomleben, das sie nie geführt hatten und nie würden, vor seinen Augen heraufbeschwören.
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Sein Leib trank den Nebel. Dunkelheit, die an ihm sog, wie ein Kind an der Haut der Mutter, um sich zu wärmen. Arcturus war weit und breit der einzige bewegliche Schatten; der Rest der Welt schien in einem komatösen Schlummer zu liegen.
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Für den Moment rührte er sich nicht, blieb feige von Eliyas fortgedreht, weil er nur so sagen konnte, was ihm auf der Zunge lag, auch wenn dies nicht verhinderte, dass die Scham seine Wangen zum glühen brachte.
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Doch die Worte seines Gegenübers hatten eine andere Wirkung: Sie ließen Aurel innehalten, sein Blick wurde nachdenklicher, die anfängliche Leichtigkeit wich einer stillen Analyse. Er verstand, warum Menschen von ihren Familien nicht loskamen – sei es aus Liebe oder, wie in seinem eigenen Fall, aus reinem Nutzen. Familie war ein Konstrukt, das für manche Halt bot, für andere jedoch ein Käfig war, aus dem man nur schwer entkam.
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Er ist froh, etwas zu tun zu haben und geht darin auf wie eine Glucke, die gerade ein Ei gelegt hat. Alles, nur um sich von den Ecken und Ritzen des Bildes der Realität abzulenken, welche die rosarote Farbe nicht ganz zu überdecken vermag.
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Da gibt es zu viele unausgesprochene Worte zwischen ihnen, die, je länger sie sie in dem Sud aus Unmut, Ärger, Sorgen und Zweifeln köcheln lassen, nur noch größer, ominöser und unheilvoller werden und irgendwann wird ihr Gestank bis zum Himmel reichen. Aber Freddie hält sich nur weiter die Nase zu und bemalt offensichtliche Tatsachen mit leuchtenden Rosatönen, um sie der grauen Tristesse der Realität zu entheben. Der Probleme hat er sich so zwar nicht entledigt, aber zumindest muss er sie nicht mehr sehen und kann freudig weiter ihre Existenz leugnen.
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Dabei musste er diese Angst nicht haben. Maurice war hervorragend darin, sich selbst zu blenden. Obwohl er regelrecht transparent wirkte, war er nicht so durchscheinend, wie es den Anschein hatte. Er versteckte viel mehr, als ihm selbst oft bewusst war.
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Wenn er ihren Namen aussprach, dann verhalten und weich und fast, als würde er ihn benommen flüstern.
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Sein Lachen ist leichtfüßig und laut, passt nicht im geringsten zu der eher tristen post-katastrophen Novemberstimmung auf den Straßen. Manche Köpfe heben sich, Augenpaare blicken verwirrt, argwöhnisch, sogar verärgert in seine Richtung, als dürfte man dieser Tage nur noch flüsternd lachen, am besten eigentlich gar nicht.
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Nikolays marmorner, wie eh und je perfekt kontrollierter Ausdruck liefert keine Antwort. Es ist offenspielige Neugier, fast als würde er sich Sorgen machen, die auf seine Züge gezeichnet ist. Wie eine Mutter, die ihr Kind nach der Ursache seiner aufgeschürften Knie fragt, nahezu fürsorglich, aber doch nicht interessiert genug, um wirklich eine ausführliche Antwort zu wünschen.
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Einem Laien, dem das Innenleben der Fedorovs nicht geläufig ist, wäre wohl nie etwas aufgefallen. Vermutlich hätte man sich lediglich, wenn überhaupt, über die Steifheit gewundert, mit der sich die beiden Brüder begegnen. Aber wenn die Geschwister etwas gemeinsam haben, dann ist es das Talent dafür, die Schwächen der anderen zu erkennen, hervorzuheben, und die eigenen gleichzeitig unter den Teppich zu kehren, dort wo sie unentdeckt bleiben.
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Es ist der Geschmack von Genugtuung, der sich beim Anblick von Maksims angespanntem Kiefer süßlich-scharf durch Nikolays Mund schiebt.
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Aber das war ja auch das Problem, dass Maksim ein Fedorov war, der ihren Namen in die Bedeutungslosigkeit stürzte, wenn er ihn nicht sogar mit seinem Versagen beschmutzte.
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Maksim wusste nicht, wen er in diesem Augenblick mehr verabscheute: Nikolay, dafür, dass er ihm sein Versagen so deutlich unter die Nase rieb, oder sich selbst für sein Versagen.
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Die Wut lag ihm weiterhin auf der Zunge und verlangte mit jeder weiteren Sekunde danach, ausgespuckt zu werden. Am besten in Nikolays Gesicht.
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Ich bin lieber in der Zeitung als dass ich daran arbeite.
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Es ist dennoch erfrischend, sich nun die Nacht mit Ambróis und Flyern um die Ohren zu schlagen, weil Ambróis interessant ist und Freddie etwas neugierig, und weil es schlichtweg aufregend ist, durch die Schatten zu wandeln, außerhalb des Lichtskegels der Laternen, durch kleine Gassen und versteckte Ecken der Stadt, heimlich wie ein Dieb in der Nacht, nur dass sie niemandem etwas stehlen, nur geben.
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Zu schade, dass ich nicht dein Gesicht gesehen kann, wenn du diesen Brief liest. Ich hätte zu gern gesehen, wie dir die langweilige Beherrschung aus den Zügen entgleitet.
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Hatte Eliyas Ambróis benutzt, um seine eigene Einsamkeit und seine Verwirrung zu bekämpfen? Natürlich. Aber Ambróis hatte ihn in der Zeit auch hin und wieder kalt behandelt, immer schockartig und unvorhergesehen, wie als würde er ihm mit einem Lächeln den Regenschirm wegziehen und wenige Minuten später sagen: Oh, why are you so wet?
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Plötzlich erwischte er sich dabei, wie er vollkommen ehrlich sein wollte. Wie er sagen wollte:
This was doomed from the beginning. We don’t love each other, we don’t even know what that is. There are such tender feelings I have for you, but I long for somebody else. I love somebody else in a way that has nothing to do with you or us or anybody else. And I won’t let it go, won’t give it up. I won’t. |