Alle Inplayzitate
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Normalerweise reicht ein kurzer Blick aus und ich fühle mich durchschaut und gekannt. Jetzt gerade ist er einfach nur ein betrunkener Mann in meiner Küche. Er geht nicht darauf ein, was ich sage. Das ist eigentlich die einzig raphael-typische Sache, die er bisher getan hat.
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”You don’t hate me. You can’t hate me. Not after all I’ve given for you.” Denn er hatte noch nicht einmal davor zurückgeschreckt, sich selbst für sie aufzugeben.
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Auroras Tränen waren der Beweis für sein Scheitern. Ihre Wut, ihr Hass, die pure Unzufriedenheit, welche doch längst Falten in ihre herabgesenkten Mundwinkel gegraben hatte - das alles waren Zeugnisse seines Versagens.
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Zugleich hatte Eliyas direkt seinen Vorgesetzten im Ohr, der vermutlich behauptet hätte, er wäre zu leichtgläubig, zu idealistisch, zu naiv. An schlechten Tagen hätte er ihn vermutlich einen Vollidioten genannt. Vielleicht hätte sein Huhn Eliyas auf den Schreibtisch gekackt. Nun, gut dass Timothy nicht hier war.
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Wut war ein so hässliches Gefühl. Ein beständiges Nagen, ein hungriges Tier, das nie satt wurde, egal, wie oft man es fütterte. Es zerfraß einen von innen heraus, nagte an den Knochen, am Verstand, ließ nichts als brennende Ruinen zurück. Ein glühender, fiebriger Puls unter der Haut, der einen antreiben konnte — oder zerstören.
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”You’ve always been nothing but warmth to me. I never thought of you as cold, never doubted that you were full of love. You’ve always been all heart - giving it so freely to others, as if you never feared what they might do with it… I’ve always envied you for that.”
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Velma ignorierte ihn und schenkte Oswin Cresswell stattdessen einen Blick, als hätte er ihr mit seinen Worten gerade bestätigt, dass er leider Gottes ein Idiot war.
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Stattdessen zwang er ein Grinsen in sein Gesicht, stützte die Wange auf seine Hand, während er Mairi dabei zusah, wie diese nun geschickt über Velmas Finger kletterte, als sei ihre Zuneigung eine Trophäe, die es wert war, vorgeführt zu werden.
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Das Räuspern, das sie noch hinterherschob, war zu gezielt, um nur ein simples Räuspern zu sein — es wirkte wie eine Klammer um die unausgesprochenen Worte.
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Jede Anekdote, die sie von sich preisgab, war ihr wie eine Seite in einem Buch, die sie jemandem anvertraute. Wie private Zeilen, die sie verschenkte.
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Er fühlte sich wie ausgehöhlt, wie ein ungebetener Gast in diesem Körper, der seine Narben trug und ihm zugleich doch seltsam fremd war. Als wäre er selbst auch nur ein Name, der in ihm sein Unwesen trieb.
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Vielleicht hatte er deshalb jede Zeile, die er angefangen hatte, auf Papier zu bringen, wieder verworfen, weil er gewusst hatte, dass Corvus ihm ein ”mir geht es super, die Stahlzäune sind wirklich romantisch und die Läuse fast schon sympathisch” niemals abkaufen würde, aber es ihm zugleich an der Fähigkeit gefehlt hatte, die Wahrheit auch nur im Ansatz mit seinen Worten zu greifen zu bekommen.
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Normalerweise waren die Grenzen scharf gezogen. Schwarz und Weiß, Schuld und Sühne, Sein oder Nichtsein. Seine Aufträge ließen sich mit seinen Überzeugungen vereinbaren, mit dem Weltbild, das er sich zurechtgelegt hatte. Sie hinterließen ein Gefühl von Ordnung, von Bereinigung. Von Sinn.
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Durch den Laden zu navigieren, während Hamlet sein Unwesen trieb, glich einem Slalomlauf. Die Ziege benahm sich wie eine überdimensionale Katze mit Hörnern, stellte sich demonstrativ in den Weg und schien regelrecht auf eine Gelegenheit zu lauern, jemanden zu Fall zu bringen.
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Der Bock hatte nämlich angefangen, ihn lautstark vollzublöken, sich nur für Velma verständlich darüber aufregend, dass man Arvin ja kaum noch zu Gesicht bekam und er wohl vergessen hatte, was für ein toller Ziegenbock er, Hamlet, war.
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Bisher konnte ich meine merkwürdige Popularität dazu nutzen, sie zum Lernen zu animieren.
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Die Velma in seinem Kopf kannte sie auch, wusste von jeder Narbe, jeder noch so winzigen Muskelzerrung, aber diese Velma war nicht echt.
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Mahadev Kubiak war Zeit seines Lebens ein Mensch gewesen, der seine Gefühle nah bei sich hielt wie Geheimnisse oder wie Spielzeuge, die er nicht teilen wollte.
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Es war die kerzengerade Haltung, der verknotete Ausdruck auf dem Gesicht, die Verspanntheit in den Augen, die einen nie mehr ganz ansahen, die sie an Theodore, wie er während des Krieges bei Heimatbesuchen gewesen war, erinnerten. In dem Sinne war Oswin Cresswell anderen Soldaten, die ihre Gartenstube aufsuchten oder Apotheke um Apotheke abklapperten, ähnlich. Sie trugen nicht alle das gleiche Gesicht, aber in ihren Augen stand der gleiche Horror geschrieben.
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Es waren zweiunddreißig Steine die ihn von seinem Bruder trennten. Fünf, vielleicht auch sechs große Schritte. Er könnte es in zwei Atemzügen bis zur Veranda schaffen, drei, wenn er die Stufen (vier) bis zur Tür mitzählte. Mit dem vierten Atemzug könnte seine Faust bereits gegen das schwere Holz klopfen und mit dem fünften würde er seinem Bruder nach sieben Jahren das erste Mal wieder ins Gesicht blicken.
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Vielleicht lag es aber gar nicht an der Farbe selbst, sondern an Cassius. Daran, wie sein Blick sich jeder einfachen Einordnung entzog, wie er mal klar und direkt war, dann wieder undurchdringlich, als würde er Welten hinter sich verbergen. Manchmal, in seltenen Momenten, wenn das Licht schräg durch ein Fenster fiel oder wenn die Dämmerung weich über ihn hinwegstrich, war Arvin sich sicher, es endlich durchschaut zu haben. Doch sobald er sich der Gewissheit hingab, veränderte sich die Farbe wieder. Ein trügerisches Spiel zwischen Licht und Schatten, zwischen Nähe und Distanz.
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Hätte er das Talent eines Poeten besessen, vielleicht hätte er Cassius' Blick mit einem Meer verglichen, das nach einem Sturm zur Ruhe kam — wenn das Grau der letzten Gewitterwolken sich noch in den Wellen spiegelt, während erste Lichtstreifen den Horizont berühren. Eine Farbe, die nicht standhielt, die sich mit der Zeit, mit dem Licht, mit der Stimmung veränderte. Doch Arvin war kein Poet.
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"Ich wollte gerade die Tür abschließen", erklärte sie milde, bevor sie Hamlet mit einem Stirnrunzeln rügte: "Jetzt lass ihn doch in Ruhe." Der Bock hatte nämlich angefangen, ihn lautstark vollzublöken, sich nur für Velma verständlich darüber aufregend, dass man Arvin ja kaum noch zu Gesicht bekam und er wohl vergessen hatte, was für ein toller Ziegenbock er, Hamlet, war.
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Er war ein Memorial und kein Entrümpler, wobei es bestimmt auch Menschen gab, die seinen Job als eine Entrümpelung des Gedächtnisses ansahen.
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Vielleicht war es ein Akt der Gnade, es schnell zu beenden. Vielleicht auch nicht. Das würde sich noch zeigen. Wenn nicht heute, dann an einem anderen Tag. Sein Blick glitt zur Tür. Jeden Moment würde Kubiak dort auf seiner Schwelle stehen. Würde eintreten und sich setzen, ohne zu ahnen, dass er sich in den Sessel eines Scharfrichters begab.
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"Not this again, Cassidy. I've told you already that I don't have any more jobs for your dear friends." Es war immerhin nicht das erste Mal, dass Ambróis entweder eine seiner Flammen bei Alejandro ablud, damit jener sich ihrer annehmen konnte - was bedeutete, dass er sie haushoch rauswarf -, oder dass er jemanden anschleppte, der Arbeit suchte. Noch mehr erloschene Flammen des Cassidys in der Belegschaft des Casinos war wirklich das Letzte, was sie gerade gebrauchen konnten.
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Unzählige Male hatte er geglaubt, er könnte jemandem vertrauen und war beraubt worden. Doch mit Maksim würde ihm dies nicht geschehen; ihre Freundschaft machte ihn sowohl verletzlicher, weil was er zu verlieren hatte so unendlich zu sein schien, als auch sicherer. Maksim und Eliyas waren schon zu lang Maksim und Eliyas, als dass sich etwas daran noch ändern könnte, richtig?
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Wie konnte man Pierre-Yves Larivière ansehen und sich denken: that man would make a great husband and father?
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Pierre lebte wie ein Gast in diesem Haus, wie jemand, der nie vorhatte zu bleiben, denn nichts lag ihm so sehr im Blut, wie zu gehen.
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”You aren’t Mahoney’s wife, are you?” Er nahm einen viel zu kräftigen Schluck, der ihn das Gesicht angewidert verziehen ließ, ehe er weiter sprach. ”No, you don’t look like a wife … You must be his whore!” Alejandros, Mahoneys. Alles das gleiche. Und trotzdem grinste Chiyeol, als hätte er soeben im Lotto gewonnen.
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