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In einer gewohnten Bewegung schob er den Riemen der Flinte über seine Schulter, warf einen Blick zurück und beobachtete, wie der Ältere den gleichen, aber für ihn sichtlich fordernderen, Weg nahm. Nicht das Verso geurteilt hätte. Im Gegenteil. Er unterdrückte viel eher den Drang, die Hand auszustrecken, und ihm zu helfen. Um ihm vielleicht das Gewehr oder den Gehstock abzunehmen, aber … Männer wie sie kannten sich und solange Oswald keine Anzeichen machte, rührte auch Verso keinen Finger. Aber dass er blieb, anstelle sich einfach auf den Weg zu machen, war ein stummes Mahnmal dessen, dass er die Gefahr ausschloss, wenn der Ältere auf den wenigen Stufen doch den Halt verlieren konnte.
Es barg eine andere Faszination in sich, wie die Natur immer die Zeiten zu spiegeln wusste. Dort, wo der niedere Stand um ein Überleben kämpfte, während Männer wie sie beide auf dem Hochsitz saßen, die Kälte zwar spürten, sie aber willig erduldeten in dem Wissen, dass ein warmes Dach auf sie warten mochte und sie keinen Hunger fürchten mussten.
„War Dray nicht der…“, Sitzengebliebene, der scheinbar entweder viel zu schlecht für das Lernen war oder einfach nicht gut genug im Denken.
Dennoch war Hester auf lange Sicht ein Problem, um das er sich eines Tages kümmern musste.
"Manchmal fühlt sich ein Nickerchen an wie 17 Jahre, nicht wahr, Hermanito?", antwortete Lorenzo und setzte ein schiefes Grinsen auf, ehe er wieder einen Schluck nahm. Für einen Moment fühlte es sich wirklich wieder so an wie früher, als wären die letzten Jahre nie gewesen, als würden sie immer noch zusammen ein Ziel verfolgen.
Sciel fühlte schon, ehe sie verstand; Lune verstand, ehe sie es zuließ, dass sie fühlte. Und irgendwo dazwischen hatten sie sich immer getroffen.
Sie wirkte auch nicht wie jemand, der nachgab. Vielleicht sogar würde sie gerade nach der Begegnung auf dem Turm darauf bestehen. Um ihm zu zeigen, wer hier die Prinzessin war.
Ob die anderen ihn einfach in Ruhe lassen wollten, wusste Iona nicht so genau… aber etwas in Ruhe lassen… naja, das war nicht gerade ihre Stärke.
Dann griff sie nach der abgelehnten Tasse, nippte daran und sah Sol dabei wieder direkt in die Augen, den Blick haltend. „Sei nicht so überheblich. Du bist nicht wichtig genug, als dass ich dich umbringen wollen würde.“
Sollte der erste Eindruck nicht ein wenig … freundlicher sein? Vielleicht ist das aber auch eine Strategie, um dafür zu sorgen, dass manche Anliegen es gar nicht erst über ihre Theke hinweg schaffen und einfach in der Luft verpuffen.
Ihre Wege mochten sich getrennt haben, aber im Herzen waren sie eins.
Für einen Moment verschwammen Realität und Erinnerung. Seine Wohnung wurde zur Kaserne. Die Krawatte zur Erkennungsmarke. Das metallene Plättchen lag schwer in seiner Hand. Er blinzelte ein paar Mal.
Ihre Schönheit war genauso trügerisch wie ihre unschuldige Miene. Ein Wolf im Schafspelz. Die Büchse der Pandora. Er fürchtete sich vor allem, was sie auslösen konnte.
Wortlos schiebt er ihm die Spitze des (Violin)Bogens unters Kinn, zwingt ihn dadurch, den Kopf anzuheben, bis sein Hals fast komplett durchgestreckt ist. Ein seichter Zug um den Mundwinkel. Nett, wenn der so zu ihm aufsehen muss.
Erwartet der jetzt eine Reaktion von ihm; einen Kommentar oder eine Geste? Vielleicht Zustimmung. „Uhm…“ Perfekt.
Eine Müdigkeit, die sich nicht abschütteln ließ, egal, wie sehr er es versuchte. Eine Müdigkeit, die ihn verfolgte, seit seine Mutter von ihnen gegangen war.
Ehe ist nicht alles. Und wenn sie alles wird, kann sie ganz schnell nichts werden.
Wie jedes Jahr sind wir zwar auf dem Weihnachtsmarkt, aber ich trete auf der Stelle. Sie hat mich dagegen eingeholt, umrundet, und ist jetzt wieder dieses Jahr an diesem Ort an genau dieser Stelle neben mir.
Wenn ich sie ansehe, ist sie makellos, mit den feinen Gesichtszügen und wie sie beim Lachen die Nase kräuselt, oder beim Weinen mit den Lippen bebt, oder wie jetzt von den warmen Klamotten und dem heißen Glühwein ganz rote Wangen hat.
Die Worte gleiten leise über meine Lippen wie ihr Flüstern vorhin an meinem Ohr. Zwischen den Zeilen schwingt so viel Unausgesprochenes, dass es verschwimmt wie die Lichter des Standes vor meinen Augen.
Damals hat sie’s (auch) nicht sehen können, dass ich mir gewünscht hab, sie würd’s nochmal machen. Mich küssen.
Greer scheint wohl Fehler zu mögen. Kann ich nicht verstehen. Vielleicht mag sie mich deswegen. Verkleide mich gerne als wäre ich perfekt, aber bin im Grunde auch nur handbemalt.
Personal war schwer zu finden. Das verstand Raphael, hatte er schon in Seattle gelernt, als er noch der kleinste Fisch im großen Teich der organisierten Kriminalität war. Der einzige Ort, an dem ein von Gott verlassenes Kind wie er hinkonnte, ohne von seinem Vater totgeprügelt zu werden, ohne Geld und Aufstiegschancen. Von Magie beraubt, mit ein paar Farbtuben in den Hosentaschen. Verschwiegenheit und Fleiß hatten ihm Sympathie und damit Arbeit eingebracht.
Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte mich eine Mitgliedschaft im Spinnennetz nicht überrascht. Vielleicht hat er aber auch mehr gesunden Menschenverstand als Sora und vor allem als ich.
Für einen flüchtigen Moment lachte die Astatorin über das Kommentar ihrer Begleitung und fand sogar, dass der Gedanke, in etwas Süßes zu beißen, gar nicht so schlecht erschien. Die Frage war nur, welche Art von süß Rosalyne aktuell begehrte.
Der Typ geht direkt vor meinen Füßen schlafen und ich glaub nicht dass der Boden sonderlich bequem ist aber das ist (wie alles andere eigentlich auch) nicht mein Problem.
Komplize — das Wort schmeckt nach Schuld. Ist wie Dreck, der sich unter den Fingernägeln festsetzt und selbst trotz eisernem Schrubben nicht mehr weichen will.
Hätte er die Wahl, dann säße er jetzt nicht hier; dann würde kein Schnitt in seiner Schulter klaffen und er müsste sich nicht anhören, wie unzufriedenstellend seine Arbeit ist, die er gar nicht erst verrichten will.
Sein Blick zuckt über Venners Gesicht, dessen Worten wachsen spitze Zähne, gedacht, um zu verletzen, zu verunsichern. Letzteres gelingt ihm.
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