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Alle Inplayzitate
Sollte der erste Eindruck nicht ein wenig … freundlicher sein? Vielleicht ist das aber auch eine Strategie, um dafür zu sorgen, dass manche Anliegen es gar nicht erst über ihre Theke hinweg schaffen und einfach in der Luft verpuffen.
Ihre Wege mochten sich getrennt haben, aber im Herzen waren sie eins.
Für einen Moment verschwammen Realität und Erinnerung. Seine Wohnung wurde zur Kaserne. Die Krawatte zur Erkennungsmarke. Das metallene Plättchen lag schwer in seiner Hand. Er blinzelte ein paar Mal.
Ihre Schönheit war genauso trügerisch wie ihre unschuldige Miene. Ein Wolf im Schafspelz. Die Büchse der Pandora. Er fürchtete sich vor allem, was sie auslösen konnte.
Wortlos schiebt er ihm die Spitze des (Violin)Bogens unters Kinn, zwingt ihn dadurch, den Kopf anzuheben, bis sein Hals fast komplett durchgestreckt ist. Ein seichter Zug um den Mundwinkel. Nett, wenn der so zu ihm aufsehen muss.
Erwartet der jetzt eine Reaktion von ihm; einen Kommentar oder eine Geste? Vielleicht Zustimmung. „Uhm…“ Perfekt.
Eine Müdigkeit, die sich nicht abschütteln ließ, egal, wie sehr er es versuchte. Eine Müdigkeit, die ihn verfolgte, seit seine Mutter von ihnen gegangen war.
Ehe ist nicht alles. Und wenn sie alles wird, kann sie ganz schnell nichts werden.
Wie jedes Jahr sind wir zwar auf dem Weihnachtsmarkt, aber ich trete auf der Stelle. Sie hat mich dagegen eingeholt, umrundet, und ist jetzt wieder dieses Jahr an diesem Ort an genau dieser Stelle neben mir.
Wenn ich sie ansehe, ist sie makellos, mit den feinen Gesichtszügen und wie sie beim Lachen die Nase kräuselt, oder beim Weinen mit den Lippen bebt, oder wie jetzt von den warmen Klamotten und dem heißen Glühwein ganz rote Wangen hat.
Die Worte gleiten leise über meine Lippen wie ihr Flüstern vorhin an meinem Ohr. Zwischen den Zeilen schwingt so viel Unausgesprochenes, dass es verschwimmt wie die Lichter des Standes vor meinen Augen.
Damals hat sie’s (auch) nicht sehen können, dass ich mir gewünscht hab, sie würd’s nochmal machen. Mich küssen.
Greer scheint wohl Fehler zu mögen. Kann ich nicht verstehen. Vielleicht mag sie mich deswegen. Verkleide mich gerne als wäre ich perfekt, aber bin im Grunde auch nur handbemalt.
Personal war schwer zu finden. Das verstand Raphael, hatte er schon in Seattle gelernt, als er noch der kleinste Fisch im großen Teich der organisierten Kriminalität war. Der einzige Ort, an dem ein von Gott verlassenes Kind wie er hinkonnte, ohne von seinem Vater totgeprügelt zu werden, ohne Geld und Aufstiegschancen. Von Magie beraubt, mit ein paar Farbtuben in den Hosentaschen. Verschwiegenheit und Fleiß hatten ihm Sympathie und damit Arbeit eingebracht.
Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte mich eine Mitgliedschaft im Spinnennetz nicht überrascht. Vielleicht hat er aber auch mehr gesunden Menschenverstand als Sora und vor allem als ich.
Für einen flüchtigen Moment lachte die Astatorin über das Kommentar ihrer Begleitung und fand sogar, dass der Gedanke, in etwas Süßes zu beißen, gar nicht so schlecht erschien. Die Frage war nur, welche Art von süß Rosalyne aktuell begehrte.
Der Typ geht direkt vor meinen Füßen schlafen und ich glaub nicht dass der Boden sonderlich bequem ist aber das ist (wie alles andere eigentlich auch) nicht mein Problem.
Komplize — das Wort schmeckt nach Schuld. Ist wie Dreck, der sich unter den Fingernägeln festsetzt und selbst trotz eisernem Schrubben nicht mehr weichen will.
Hätte er die Wahl, dann säße er jetzt nicht hier; dann würde kein Schnitt in seiner Schulter klaffen und er müsste sich nicht anhören, wie unzufriedenstellend seine Arbeit ist, die er gar nicht erst verrichten will.
Sein Blick zuckt über Venners Gesicht, dessen Worten wachsen spitze Zähne, gedacht, um zu verletzen, zu verunsichern. Letzteres gelingt ihm.
Sorgsam legt er die Postkarte an ihre Stelle im Buch zurück, achtet darauf, dass sie perfekt zwischen den Seiten liegt, ohne Kanten hervorschauen zu lassen, die Venner missfallen könnten. Wäre ja schlimm, wenn dem etwas nicht in den Kram passt.
Nur schwache Männer greifen auf Gewalt zurück, aber heute, an diesem Tag, hat Arvin sich auf ihr Niveau herabbegeben.
Gnädig wie Arvin war, schenkte der ihm auch noch ein Lächeln. Ein Lächeln. Percy war immer voller Wut abgehauen, nachdem er Arvin zum hundersten Mal zurückgewiesen hatte, und jetzt, wo die Rollen getauscht waren, hatte Arvin nichts Besseres zu tun als zu lächeln. Es unterstrich für ihn nur, wie grundverschieden sie waren und dass aus ihnen nie Freunde hätten werden können. Dass er damals vielleicht richtig gehandelt hatte.
Arvin könnte den gleichen Weg einschlagen – in Percys Nähe wär’s ihm wohl nicht mal zu verübeln. Aber der Lamb blieb ruhig und respektvoll und ließ sich nicht dazu verleiten, Percy (oder seinen Habseligkeiten) auf irgendeine Weise zu schaden. Und Percy? Der wollte Arvin am liebsten anschreien, dass er’s verdient hätte, dass er nicht verstehen konnte, wie Arvin so locker bleiben konnte. Stattdessen blieb er still.
Die Ablehnung war gerechtfertigt und dennoch zwickte da was in seiner Brust. Ob der Lamb sich all die Jahre so gefühlt hatte, jedes Mal, wenn er ihn hatte abblitzen lassen, wenn er ihm die metaphorische Tür vor der Nase zugeknallt hatte? Nur, dass er mit Arvin nie so... ruhig umgegangen war.
Damals haben sich unsere Lippen berührt. Waren nur ein paar Sekunden, aber lang genug, dass es mir im Gedächtnis geblieben ist. Wie’s sich angefühlt hat: warme, weiche Lippen, die nach Kirsche geschmeckt haben. Und nach Salz, weil wir beide geweint haben.
Die leuchtenden Punkte am Firmament, die eine seltsame Sehnsucht in ihm weckten. Er spürte diese winzige Flamme in sich, die nach Feuerholz lechzte, um wachsen zu können. Drayden war gut darin, sie im Keim zu ersticken. So wie alles andere auch.
Sie widersprach ihm, sie kritisierte ihn, sie warf seine Pläne über den Haufen, und sobald sie die perfekt geschwungene Braue in die Höhe zog und die Lippen kräuselte, wusste er bereits, dass er verloren hatte.
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